Ein Logo ist gewiss keine Entscheidung für’s Leben, jedoch eine sehr wegweisende. So manch große Firmen ändern im Laufe der Zeit ihr Logo unter Umständen sogar nur geringfügig ab, wenn es der Optimierung dient.

Trotzdem muss das Logo noch auf unterschiedlichen Untergründen, Materialien und Geräten funktionieren. Funktionieren – das heißt, es muss in groß und klein gut lesbar sein, mehr- oder einfarbig erkennbar bleiben und im besten Fall Optionen zur Reduktion und Ableitung weiterer Stilelemente oder Icons ermöglichen. Viel zu oft werden diese Faktoren leider ignoriert und die Wichtigkeit eines guten Logos unterschätzt.

Denn ein unprofessionelles Logo erzeugt bei Ihrem potenziellen Kunden jedoch letztendlich eben genau diesen Eindruck: unprofessionell.

Doch wann ist ein neues Logo fällig? Können Sie einen der Punkte mit „Ja“ beantworten, wird es Zeit…

1. Es ist selbstgemacht/nicht professionell erstellt

Selbstgestaltete Logos haben oft zwei große Probleme: Die technische Umsetzung und die Gestaltung selbst. Oft liegen sie nicht als Vektorgrafik oder zumindest hochauflösend vor – was die Nutzung in sämtlichen Bereichen erschwert. Grade ein Logo muss, wie schon erwähnt, universell einsetzbar sein.

Leider reicht es nicht, die grundlegenden technischen Anforderungen zu erfüllen. Die Kür ist es, das Kerngeschäft und die Philosophie eines Unternehmens zu transportieren und ein Bild nach außen zu formen. Das Logo (und das Corporate Design, das sich daraus ergibt) bestimmt, wie Ihr Unternehmen von den Menschen wahrgenommen wird. Im professionellen Bereich ist das wie ein kleiner Kosmos mit eigenen Gesetzen. Ganze Design-Teams könnten sich tagelang einschließen und über Ästhetik, Attraktivität und Aussage eines Logos fachsimpeln. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten – über Hierarchie, Ordnung und Semantik aber schon. All diese Eigenschaften werden in unserem alltäglichen kreativen Prozess beleuchtet und durchdacht, um so eine ordentliche Außenwirkung zu gewährleisten.

Ein potenzieller Kunde bemerkt soetwas auch unterbewusst und wird sich gegebenenfalls für einen Konkurrenten mit professionellerem Auftritt entscheiden, da das Vertrauen dort stärker ausfallen wird. Denn ein unprofessionelles Logo erzeugt bei Ihrem potenziellen Kunden jedoch letztendlich eben genau diesen Eindruck: unprofessionell.

Es gibt sicher Ausnahmen – doch aus Erfahrung können wir sagen, dass ein selbstgestaltetes Logo oft Schwierigkeiten für alle Beteiligten mit sich bringt…

 

2. Es kann nicht mit der Konkurrenz mithalten

Designtrends fluktuieren und auch Firmen durchleben Wandel in ihrer Struktur, in ihren Produkten… Das Logo steht immer repräsentativ für das Unternehmen und spiegelt dessen Werte wider. Es sollte also zusammen mit dem Unternehmen wachsen.

Ein veraltetes oder unordentliches Logo wird Sie im Vergleich zu anderen Anbietern Ihrer Branche zurückfallen lassen. Denn der potenzielle Kunde wird sich in den meisten Fällen natürlich für das Unternehmen entscheiden, in dessen Design und Auftreten er seine Bedürfnisse wiedererkennt.

 

3. Es ist zu komplex

Der Normalverbraucher wendet in der Regel nicht viel Zeit dafür auf, ein Logo genau zu analysieren. Deshalb müssen grafische und textliche Elemente schnell und einfach erfasst werden können. Im Idealfall reicht ein Blick aus, um aus dem Erscheinungsbild einen Schluss über die Semantik, also den Inhalt, zu ziehen.

Ein einzelnes Wort ist schnell gelesen und kurze Schriftzüge mögen sich zwar oft noch sehr schön gestalten lassen; Ein Logo, bei dem man aber erst den gesamten Text lesen muss, um zu verstehen, worum es geht, verfehlt seinen Zweck – zu viele Informationen gehen zu Lasten der Prägnanz.

„Zu viele Köche verderben den Brei!“

Je mehr Personen Sie zu einem Logo befragen, desto mehr Meinungen erhalten Sie – logisch. Natürlich bleiben Verbesserungsvorschläge und Ideen da nicht aus. Doch die Leute sehen in erster Linie nur ihren subjektiven Standpunkt und vergessen dabei, dass dahinter noch ein ganzheitliches Konzept zu stehen hat. Weitere Meinungen und Ideen einzubringen, ist grundsätzlich nicht falsch. Sie sollten sich dadurch jedoch nicht zu sehr beeinflussen und verwirren lassen – und schon gar nicht blind jeden Vorschlag übernehmen. Klären Sie diese Fragen lieber in einem Gespräch mit Ihrer Agentur. Auch hier gibt es Möglichkeiten zur professionellen Erforschung des Marktes.

Bei grafischen Elementen sollten Sie sich auf das Essenzielle festlegen und nicht versuchen mehrere unterschiedliche Hauptmotive unter einen Hut zu bringen. Viele Motive oder Symbole zu haben, bedeutet für’s Gehirn: mehr Information, die verarbeitet werden muss. Wie in jeder Gestaltung muss man daher einer Hierarchie folgen, um zu vermeiden, dass zwei Elemente zu stark miteinander konkurrieren und so die Blickführung stören.

Andersherum ist es allerdings genauso schlecht: Wenn ein Logo einfach langweilig ist, keine Spannung aufbaut, sich nicht abhebt, austauschbar ist. Was uns zum nächsten Punkt führt.

 

 4. Es ist nicht einzigartig

Manchmal liefert ein gutes Logo auch Gesprächsstoff für Interpretationen.

Eine gewisse Ähnlichkeit unter Logos derselben Branche ist normal; schließlich sollte man sich stilistisch auch nicht zu weit entfernen, um erkennbar bzw. zuordenbar zu bleiben. Ein gutes Logo sollte sich jedoch von der Konkurrenz abheben und auf das Unternehmen zugeschnitten sein. Nur so werden sich Ihre potenziellen Kunden Ihr Logo einprägen und wiedererkennen. Dabei ist es vollkommen in Ordnung, auch mal etwas zu wagen und eine ganz andere Richtung einzuschlagen als vorher. Ein spannendes Logo wirkt automatisch anziehend. Manchmal liefert ein gutes Logo auch Gesprächsstoff für Interpretationen. ;)

 

5. Es ist nicht mehr zeitgemäß

Dies ist ein Aspekt, der auf mehreren Ebenen gegeben sein kann. Designstandards und -trends blühen schnell auf, können mit der Zeit aber zum absoluten Gegenteil werden. Was einst als „groß“ und aufwändig angesehen wurde, gilt heute als billig und unpraktisch. So z. B. Glanzeffekte oder übermäßige Verwendung von Schatten.

Damit einhergehen kann auch die Tauglichkeit für andere Medien. Vor 20 Jahren reichte es noch, wenn ein Logo als Schild oder gedruckt auf Briefpapier „passte“. Mit neuen (digitalen) Medien eröffnen sich auch neue Möglichkeiten der Darstellung.

Responsive Webdesign mag einigen schon eine Weile ein Begriff sein, auch wenn die Relevanz noch nicht zu allen durchgedrungen ist… Responsive Logos folgen einem ähnlichen Prinzip: Sie können sich z. B. je nach Browserfenstergröße anpassen und sich reduzieren bzw. erweitern. Sehr anschaulich ist dies auf responsivelogos.co.uk zu sehen. Probieren Sie es mal aus und schauen Sie, wie sich die Darstellung der Logos je nach Fensterbreite verändert. Statt einfach nur kleiner oder größer skaliert zu werden, bauen sie sich nach und nach auf bzw. ab. Diese Reduzierbarkeit ist aber nicht nur im Web von Vorteil; schließlich lassen sich die Varianten auch gedruckt und im gesamten Kanon des Corporate Design nutzen.

 

Also…

Diese Entscheidung sollte nicht leichtfertig in jedermanns Hände gegeben werden. Vieles ist möglich, wenn man weiß, was man tut. Eine gute Agentur wird Sie beraten und im Prozess der Logoentwicklung über Vor- und Nachteile aufklären.

Suchen Sie sich die Agentur aus, der Sie vertrauen und vertrauen Sie dieser dann auch.

Nur durch diese Kommunikationsgrundlage erhalten Sie eine kompetente Beratung und ein Produkt, mit dem Sie glücklich sind.

Quellenangaben

  1. http://inkbotdesign.com/5-signs-its-time-to-refresh-your-logo/
  2. https://unsplash.com/photos/nJdwUHmaY8A
  3. https://unsplash.com/photos/gcsNOsPEXfs
Weitersagen: Google+
Zu finden in und unter den Schlagwörtern .

von Milan Dangol

Designer • Frontend-Entwickler • Nerd

Kommentare (0)

Einen Kommentar schreiben

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>